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February 16, 2010

Australien – November 2009

Filed under: Reisen — Tags: — Administrator @ 7:29 pm

In diesem Jahr stand eine besonders große Reise auf unserem Urlaubsplan. Ein Besuch unserer Freunde in Perth, Australien. Für das lang ersehnte Wiedersehen mussten wir allerdings eine gewaltige Flugstrecke hinter uns bringen. Es erwarteten uns ca. 20 Flugstunden. Auf dem Hinflug legten wir einen kleinen Zwischenstopp in Bangkok ein. Dort quälten wir uns durch unglaublich dichten Verkehr, bewunderten exotische Tempel und nutzten einige der unzähligen günstigen Einkaufsmöglichkeiten, welche an jeder Ecke zu finden waren.
Nachdem wir es dann am Perther Flughafen auch noch durch die strengen Pass- , Zoll- und Quarantänekontrollen, inklusive englischsprachigem Interview, geschafft hatten, konnten wir endlich unser lang ersehntes Wiedersehen feiern.
Gleich nach der Ankunft mieteten wir ein Auto um die unendlichen Weiten Australiens ungehindert erkunden zu können. Nicht bedacht hatten wir jedoch den Linksverkehr. Dieser erorderte unsere ganze Aufmerksamkeit – um die Sache noch zu erschweren waren auch die Blinker- und Scheibenwischerschalter im Auto umgekehrt angeordnet. Der erste Kreisverkehr verursachte einen erheblichen Adrenalinausstoß.

Um so viel Zeit wie möglich mit unseren Freunden verbringen zu können, konzentrierten wir unsere Erkundungen zunächst auf Perth und seine Umgebung. Die weihnachtlich geschmückte Stadt in kurzen Hosen zu erkunden hatte dabei einen besonderen Reiz. Perth selbst bot mit seiner gläsernen Skyline, den zahlreichen Parks und der breiten Uferpromenade entlang des Swan River viel Sehenswertes.
Weiterhin stand ein Besuch im Caversham Wildlife Park, einem Zoo mit ausschließlich australischen Tieren, stand auf dem Programm. Hier konnten wir Känguruhs, Koalas, Wombats, Krokodile und Tasmanische Teufel bestaunen und einige davon auch anfassen.
Mit der Fähre ging es von Perth nach Rottnest Island, deren malerische Strände und Buchten wir mit dem Fahrrad erkundeten. Den Namen verdankt diese beliebte Urlaubsinsel seinen Bewohnern, den Quokkas – kleine Verwandte des Känguruhs – welche die holländischen Entdecker mit Ratten verglichen.
Nördlich von Perth beeindruckte uns die Pinnacle Dessert mit ihrem leuchtend gelben Sand und den bizarr geformten Kalksteinsäulen, welche vermutlich versteinerte Überreste von Mangrovenwäldern darstellen. Die schneeweißen Sanddünen am Rande der Wüste bildeten einen weiteren faszinierenden Kontrast.
Eine Woche lang entdeckten wir dann den Südwesten des Landes auf eigene Faust. Auf unserer ersten Etappe von Perth nach Esparance (ca. 700 km) legten wir in der Nähe von Hyden einen Zwischenstopp beim Wave Rock ein. Dieser sieht aus wie eine gigantische Welle, die kurz vor dem Brechen zu Granit erstarrt ist.
Auf der Küstenroute beeindruckte uns die Gegend um Esperance mit spektakulären Küstenlandschaften, hoch aufragenden Granitfelsen, schneeweisen Stränden und dem türkisblauen Ozean.
Auch an der Küste von Albany hatte der Ozean deutlich seine Spuren hinterlassen und interessante Felsformationen geschaffen, darunter die gewaltige Felsbrücke Natural Bridge und The Gap, ein 40m hoher, senkrechter Einschnitt in der Klippenwand.
Von Albany Richtung Walpole verwandelte sich das Buschland langsam in Wälder mit majestätischen Eukalyptusriesen. Inmitten des Waldes lag der spektakuläre Baumwipfelpfad Tree Top Walk. Der Rundweg aus Stahlseilen und –gitter steigt bis auf 40 m über den Waldboden und ermöglichte uns so einen überwältigenden Blick über die Baumwipfel.
Einen Teil der Riesenwälder um Pemberton mit den bis zu 80 Meter hohen Karri-Bäumen erkundeten wir während einer gemütlichen Bahnfahrt.
Den Großteil unserer Fahrten verbrachten wir allein auf der Straße. Oft war Kilometerweit kein Auto zu sehen, nur ab und an kreuzte ein Roadtrain (Lastwagen mit bis zu 3 Anhängern) unseren Weg. Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Überholspur (alle paar Kilometer für ca. 2-3 km) war uns daher nicht klar. Auch Straßenschilder waren äußerst rar.
Bereits an unserem ersten Tag in Australien bemerkten wir eine großzügige Hilfsbereitschaf der EInwohner. Sobald wir einen verstohlenen Blick auf den Stadtplan oder eine Karte warfen, wurde uns gleich ohne Nachfragen Hilfe angeboten. Da wir aber Probleme mit dem breiten langgezogenen Dialekt der Australier hatten, verzichteten wir auf Hilfe und blieben doch lieber bei unserer Karte.
Außerdem konnten wir feststellen, dass Australier fanatische Sportler sind. Selbst an den Wochenenden sahen wir in den frühen Morgenstunden zahlreicher Radler oder Jogger. Auch in der Woche wird noch vor Arbeitsbeginn trainiert und geschwitzt. Für ein Sportevent in Augusta, auf dem wir zufällig landeten, wurde die halbe Stadt gesperrt. Jeglicher Verkehr kam zum Stillstand und es ging zu wie auf einem Volksfest.
Ein weiterer Volkssport der Australier ist das Barbecue. Dies wird mit der ganzen Familie gern an den Wochenenden zur Mittagszeit veranstaltet. Damit auch niemand auf diesen Sport verzichten muss, ist ganz Australien von einem dichten BBQ-Netz durchzogen. Man findet festinstallierte Gasgrills u.a. in Nationalparks, auf Picknickplätzen, in den Grünanlagen oder an Stränden. Die Nutzung ist meist kostenlos und die Grillplätze erstaunlich sauber.
Neben der vielseitigen Landschaft konnten wir natürlich auch ein Teil der Tierwelt beobachten, so sahen wir zum Beispiel nicht immer lebendige Kängurus am Straßenrand – Fahren nach der Dämmerung ist lebensgefährlich – Schlangen, bunte Papageien und Kakadus, Skinks, Quokkas, und viele mehr.
Entgegen unserer eigenen Sorge und der vieler Freunde und Bekannter, kamen wir lebendig zurück und sind nicht giftigen Tiere wie Spinnen, Skorpionen, Quallen oder Rochen sowie anderen Gefahren wie Verdursten im Outback zum Opfer gefallen.
Während unseres 4wöchigen Aufenthaltes in Australien legten wir rund 5000 km mit unserem Mietauto zurück. Erkundet haben wir dabei aber nur einen sehr kleinen Teil des Landes. Um auch all die anderen Facetten kennen zu lernen werden wir in den nächsten Jahren sicher noch das eine oder andere Mal Downunder besuchen.

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